11 Dinge die Supervision NICHT ist!

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Supervision ist ein wertvolles Werkzeug zur Reflexion und Weiterentwicklung – sei es im beruflichen Kontext, in der Zusammenarbeit im Team oder in der eigenen professionellen Haltung. Dennoch gibt es viele Missverständnisse darüber, was Supervision leistet und wo ihre Grenzen liegen. In diesem Beitrag möchte ich mit einigen dieser Missverständnisse aufräumen und dabei aufzeigen, was Supervision nicht ist. 

Was bringt Supervision?

Supervision bietet Fachpersonen die Möglichkeit, ihre berufliche Praxis zu reflektieren und weiterzuentwickeln. Sie fördert die Selbstwahrnehmung, unterstützt bei der Identifikation von Stärken und Schwächen und eröffnet neue Perspektiven auf herausfordernde Situationen. Durch den Austausch mit einem erfahrenen Supervisor können komplexe Fälle besprochen und Lösungsansätze erarbeitet werden. Supervision trägt zur Qualitätssicherung in der Arbeit bei und fördert die persönliche und berufliche Entwicklung.

Hier habe ich bereits ausführlich geschrieben, was Supervision in Schule ist und wie sie einen Mehrwert für Lerntherapeuten bietet.

Für wen ist Supervision ideal?

Supervision richtet sich an Fachpersonen aus sozialen, pädagogischen, medizinischen und anderen beratenden Berufen, die regelmäßig mit komplexen beruflichen Anforderungen konfrontiert sind. Sie ist ideal für Einzelpersonen, Teams oder ganze Organisationen, die ihre Arbeitsprozesse, Kommunikationsstrukturen und beruflichen Rollen reflektieren und weiterentwickeln möchten. Supervision bietet Raum für Reflexion und Wachstum und ist besonders hilfreich für Personen, die in belastenden oder emotional aufgeladenen Kontexten arbeiten.

Wann brauchst du Supervision?

Supervision kann in verschiedenen Situationen hilfreich sein: Wenn du das Gefühl hast, in deiner Arbeit festzustecken oder mit Herausforderungen überfordert bist, wenn du neue Perspektiven auf deine Arbeit gewinnen möchtest oder wenn du ein konkretes Anliegen oder einen Fall besprechen möchtest. Auch in Zeiten von Veränderungen, wie einem neuen Job oder einem Wechsel in der Teamstruktur, kann Supervision unterstützend wirken. Supervision ist kein reines Notfallinstrument, sondern ein kontinuierlicher Prozess der professionellen Entwicklung.

Was ist Supervision NICHT?

Um Supervision gezielt und effektiv zu nutzen, ist es wichtig, Missverständnisse auszuräumen. Hier sind 11 Dinge, die Supervision nicht ist:

1. Supervision ist kein Coaching

Supervision und Coaching werden oft in einen Topf geworfen. Coaching fokussiert sich jedoch auf die Entwicklung spezifischer Fähigkeiten oder die Erreichung bestimmter Ziele. Supervision hingegen ist ein reflexiver Prozess, der sich mit der gesamten beruflichen Praxis und den damit verbundenen Emotionen und Herausforderungen auseinandersetzt.

2. Supervision ist keine Zeitverschwendung

Im Gegenteil: Supervision ist eine Investition in die eigene berufliche Entwicklung und Resilienz. Sie kann helfen, Zeit und Ressourcen zu sparen, indem sie Klarheit schafft und neue Perspektiven für bestehende Probleme aufzeigt. Supervision ist kein Luxus, sondern eine notwendige Unterstützung, um langfristig gesund und effektiv arbeiten zu können.

3. Supervision ist kein reines Feedback-Gespräch

Während Feedback-Gespräche spezifische Rückmeldungen zu Leistungen geben, zielt Supervision darauf ab, tiefere Einsichten in die eigene Arbeit und die zugrunde liegenden Dynamiken zu gewinnen. Sie ist ein strukturierter Prozess, der Reflexion, Selbstwahrnehmung und Entwicklung ermöglicht.

4. Supervision ist keine Therapie

Therapie arbeitet am privaten Erleben und der persönlichen Heilung. Supervision konzentriert sich auf die berufliche Rolle und das berufliche System. Persönliche Themen und Emotionen können zwar berührt werden, stehen aber nicht im Mittelpunkt.

5. Supervision ist keine Lösung für alle Probleme

Supervision bietet Werkzeuge und Perspektiven, um Herausforderungen zu bewältigen, sie ist jedoch kein Allheilmittel. Es erfordert auch eine aktive Auseinandersetzung mit den eigenen Themen und Herausforderungen.

6. Supervision ist keine Bewertung oder Kontrolle

Supervision schafft einen geschützten Raum für offene Reflexion ohne Angst vor Bewertung oder Sanktionen. Sie ist kein Instrument der Überwachung. In der Supervision steht die persönliche und berufliche Entwicklung im Vordergrund, nicht die Bewertung der Leistungen. Es geht um einen vertrauensvollen Austausch, der Raum für Fehler und Lernprozesse lässt.

7. Supervision ist keine Beschwerdestelle

Obwohl in der Supervision auch schwierige Themen angesprochen werden können, ist sie nicht dazu gedacht, ausschließlich Beschwerden über Kollegen oder Vorgesetzte zu äußern. Supervision ist kein Ort, um Frust abzuladen oder Beschwerden zu sammeln. Sie fordert eine konstruktive Haltung und die Bereitschaft zur Selbstreflexion.

Supervision kann dabei unterstützen aus der Rolle des Jammerns herauszukommen und wieder in die Kraft der Veränderung zu kommen.

8. Supervision ist keine Pflichtübung

Supervision sollte als freiwilliger und wertvoller Prozess angesehen werden, der zur persönlichen und beruflichen Entwicklung beiträgt. Es sollte kein Gefühl von Zwang oder Pflicht damit verbunden sein.

9. Supervision ist keine Einbahnstraße

Der Prozess der Supervision lebt von der Interaktion zwischen Supervisor und Supervisand. Sie ist keine Einbahnstraße, bei der eine Seite einfach Anweisungen gibt oder Lösungen präsentiert, während die andere passiv empfängt. Vielmehr ist Supervision ein dialogischer Prozess, der auf gegenseitigem Respekt, Offenheit und Kooperation basiert. Wird Supervision hingegen als Einbahnstraße verstanden – etwa als bloße Anweisung oder als reines Feedback ohne Dialog – verliert sie ihre Wirksamkeit.

10. Supervision ist kein statisches Format

Supervision kann in verschiedenen Formaten und Settings stattfinden, sei es in Einzel- oder Gruppensitzungen, online oder vor Ort. Sie passt sich den Bedürfnissen der Teilnehmenden an, ist individuell und dynamisch.

11. Supervision ist keine reine Krisenhilfe

Obwohl Supervision in Krisensituationen hilfreich sein kann, ist sie nicht ausschließlich darauf ausgerichtet. Sie dient auch der präventiven Reflexion und der kontinuierlichen Weiterentwicklung der beruflichen Praxis. Sie unterstützt nachhaltige Kompetenzentwicklung und Resilienz.

Fazit: Supervision ist ideal, wenn …

… du bereit bist, dich auf einen reflexiven Prozess einzulassen, in dem du deine berufliche Identität und Praxis kritisch hinterfragst und dich weiterentwickeln möchtest. Sie ist kein Allheilmittel, aber ein unverzichtbares Instrument für nachhaltige berufliche Entwicklung. Wenn du Supervision als Chance begreifst, öffnet sich der Raum für Wachstum!

Du hast Fragen zur Ablauf oder suchst Unterstützung? Melde dich gerne unverbindlich!

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