Selbstwert bei Kindern stärken

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Warum das Gefühl „Ich bin gut, so wie ich bin“ so wichtig ist.

„Ich kann das nicht.“

„Ich bin nicht gut genug.“

„Die anderen sind besser als ich.“

Solche Sätze hört man von Kindern erstaunlich oft. Und sie zeigen etwas sehr Wichtiges: Es geht dabei nicht nur um Können – sondern vor allem um Selbstwert. Denn Selbstwert bedeutet nicht, was ein Kind kann. Selbstwert bedeutet, wie ein Kind über sich selbst denkt und fühlt.

Einfach gesagt: Selbstwert heißt: „Ich bin wertvoll, so wie ich bin.“

Selbstwert ist mehr als Selbstbewusstsein

Oft wird Selbstwert mit Selbstbewusstsein verwechselt. Dabei gibt es einen wichtigen Unterschied:

  • Selbstbewusstsein: „Ich weiß, was ich kann.“
  • Selbstwert: „Ich bin gut, auch wenn ich etwas nicht kann.“

Ein Kind kann sehr selbstbewusst sein – also genau wissen, wo seine Stärken und Schwächen liegen – und sich trotzdem innerlich unsicher oder „nicht gut genug“ fühlen. Deshalb ist Selbstwert die eigentliche Basis.

Warum Selbstwert für Kinder so entscheidend ist

Ein stabiler Selbstwert hilft Kindern dabei:

  • mit Fehlern besser umzugehen
  • sich mehr zuzutrauen
  • weniger Angst vor Bewertung zu haben
  • sich selbst zu akzeptieren

Kinder mit einem gesunden Selbstwert denken nicht: „Ich darf keine Fehler machen.“

Sondern eher: „Ich darf Fehler machen und bin trotzdem okay.“

Wie Selbstwert entsteht

Selbstwert entwickelt sich nicht über Nacht. Er wächst – langsam und oft ganz unbemerkt.

Ein hilfreiches Bild dafür: Selbstwert ist wie eine Pflanze

Wenn man sie pflegt, wächst sie. Wenn man sie ständig kritisiert oder vernachlässigt, wird sie kleiner.

Was lässt diese Pflanze wachsen?

  • ehrliches Lob („Du hast dich echt angestrengt“)
  • das Gefühl, gesehen zu werden
  • eigene Erfahrungen („Ich hab das geschafft!“)
  • liebevolle Worte – auch zu sich selbst
  • Mut, Dinge auszuprobieren

kann aber bei jedem Kind anders sein.

Und ganz wichtig: Selbstwert wächst nicht durch Perfektion, sondern durch Erfahrungen.

Kinder brauchen nicht ständig Erfolg. Sie brauchen vor allem das Gefühl:

  • „Ich werde akzeptiert“
  • „Ich darf Fehler machen“
  • „Ich bin wichtig“

Wenn Kinder nur für Leistung gelobt werden, verknüpfen sie ihren Wert mit Erfolg. Dann denken sie schnell: „Ich bin nur gut, wenn ich etwas gut mache.“ Ein gesunder Selbstwert geht darüber hinaus.

Schritt für Schritt. Erde mit Schippe, dann aufgebuddelte Erde, dann Samen in der Erde wird grade gegossen, dann samen wächst, aus dem Samen ist eine kleine pflanze geworden
Ich wachse in meinem Tempo. Erst eine Große blume, daneben eine kleinere pflanze, daneben eine halb offene blume, daneben eine geschlossene blume
Ich nutze alle meine Ressourcen. Blumensamen danben eine Schaufel mit Erde daneben eine Gießkanne mit Wasser und daneben eine Sonne

Tiger Taio

Tiger Taio auf der Selbstwertspur aus dem Beltz Verlag ist ein gutes Buch um Kindern Selbstbewusstsein und Selbstwert näher zu bringen. Dies kann man gut in einer kleinen vertrauten Gruppe gestalten.

Kurzer Einblick:

Taio fühlt sich am Anfang „falsch“, weil er anders ist. Seine bunten Fußabdrücke machen ihn unsicher – er schämt sich und zieht sich zurück. Was sich im Laufe der Geschichte verändert, ist nicht seine Fähigkeit – sondern sein Blick auf sich selbst. Er beginnt zu verstehen: Das, was ihn anders macht, macht ihn nicht schlechter – sondern besonders. Und genau das ist der Kern von Selbstwert.

Selbstwert entsteht im Alltag – oft durch kleine Dinge.

 „Was mag ich an mir?“

Kinder überlegen: Was finde ich gut an mir? (Nicht nur Leistungen!)

Eigene Gedanken verändern: Statt: „Ich kann das nicht“ –> „Ich kann es noch nicht“

Stärken sichtbar machen.

Nicht nur „Du bist gut in Mathe“, sondern auch:

  • „Du bist hilfsbereit“
  • „Du gibst nicht schnell auf“

Fazit

Selbstwert ist die Grundlage dafür, wie Kinder durchs Leben gehen. Er entscheidet nicht darüber, was sie können – sondern darüber, wie sie mit sich selbst umgehen. Nicht wie alle anderen sein. Sondern verstehen: „Ich bin wertvoll – genau so, wie ich bin.“

Ich bin schon viel gewachsen. Große Blume, daneben ein Kind das sich freut

Dies ist ein Gastbeitrag von Hanna Sehlinger . Studentin der Kindheitspädagogik, die im Rahmen des Dualen Studiums in der Lerntherapie arbeitet

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