Fidget Toys erfreuen sich seit einiger Zeit großer Beliebtheit und werden in den sozialen Medien als große Hilfe gehypt. Aber wofür sollen sie genau sein und wie setzt man sie konkret ein? Oder ist das Ganze wieder ein kurzer Trend, der schon bald wieder verschwunden ist?
Ich möchte auf diese Fragen in diese Blogbeitrag näher eingehen und meine Erfahrungen aus der Praxis teilen.
Fidegt Toys – was genau ist das?
Das englische Wort „fidget“ bedeutet so viel wie „zappeln“ oder „herumspielen“. Fidget Toys sind kleine, handliche Gegenstände, die durch wiederholte Bewegungen wie Drücken, Drehen, Klicken oder Kneten genutzt werden. Sie dienen dazu, die Hände sinnvoll zu beschäftigen und können so eine ruhige, gleichmäßige motorische Aktivität fördern. Sie können dazu beitragen, innere Spannungszustände wie Angst, Nervosität, Langeweile oder Frustration zu reduzieren. Gleichzeitig berichten viele Menschen von einer verbesserten Konzentrationsfähigkeit, da die motorische Aktivität überschüssige Energie bindet und kognitive Prozesse stabilisieren kann. Wichtig ist, dass Fidget Toys auf jeden Fall sinnlos sein müssen. Man darf damit nicht bauen oder balanacieren können, da es die Aufmerksamkeit vom Wesentlichen ablenkt.
Besondere Aufmerksamkeit bekamen Fidget Toys im Jahr 2017, als der Fidget Spinner plötzlich die ganze Welt eroberte. Es gab sie in allen Farben und Formen, YouTube-Videos voller Tricks gingen viral und in Schulen entstanden Diskussionen über Verbote.
Heute gehören auch Pop-Its, Würfel, Anti-Stress-Bälle oder Knetfiguren dazu – alle mit demselben Ziel: Ablenkung und Entspannung durch simple, wiederkehrende Handbewegungen. Fidget Toys können ein praktisches Hilfsmittel sein, die bei Stress, Unruhe oder Konzentrationsproblemen helfen. Wie aber bei jedem Tool fällt ihre Wirkung aber individuell unterschiedlich aus.
Fidget Toys werden häufig in Arbeits- und Lernsituationen eingesetzt, aber auch in Alltagssituationen zur kurzfristigen Entspannung genutzt. Insbesondere in stressbelasteten Momenten können sie helfen, innere Unruhe abzubauen und den Fokus wiederherzustellen. Auch Kinder profitieren oft von der Nutzung, da spielerische Bewegungselemente sowohl die Konzentrationsfähigkeit fördern als auch überschüssige Energie regulieren können.
Die wissenschaftliche Studienlage ist jedoch nicht eindeutig. Während einige Quellen mögliche positive Effekte auf Konzentration und Regulation beschreiben, zeigen Übersichtsarbeiten und Untersuchungen auch, dass Fidget Toys nicht in jedem Fall die Aufmerksamkeit oder Lernleistung verbessern und in manchen Situationen sogar ablenkend wirken können. Insbesondere Studien zum Fidget Spinner konnten keinen positiven Einfluss auf die Konzentration nachweisen.
Fidget Toys bei uns im Einsatz
Wir haben ein Vielzahl an Fidget Toys in der Praxis, die die Kinder in der Lerntherapie für sich testen können.
Viele Kinder verwenden Fidget Toys, um innere Unruhe abzubauen, Stress zu regulieren oder sich in belastenden Situationen besser zu konzentrieren. Durch eine sensorische oder motorische Beschäftigung kann es leichter fallen, Aufmerksamkeit zu bündeln und Spannungszustände zu reduzieren. So führt es zu einer Selbstregulation der Kinder.
Mehr über Selbstregulation kannst du bei Sabine Landua in ihrem Blogbeitrag erfahren.










Der Nutzen ist sehr individuell. Grundsätzlich konnten aber viele Kinder eine positive Iwrkung für sich erkennen.
Kinder bewerten die Wirkung
Mir war es sehr wichtig noch einmal konkret von den Kindern in meiner Praxis zu hören, welche Fidget Toys ihnen besonders gut helfen und wie sie persönlich die Wirkung einschätzen. So haben sie Noten von 1-6 für ihre ganz individuelle Einschätzung verteilt.
Ich war im Gespräch mit allen Kindern sehr beeindruckt, wie reflektiert sie waren und wie gewissenhaft sie dies angegangen sind. Sie haben alle sehr genau überlegt und alles noch einmal ausprobiert bevor sie Noten vergeben haben.

Besonders spannend fand ich, dass das Mädchen, bei allen Fidget Toys darauf geachtet hat, ob sie Geräusche machen. „Das stört dann die anderen Kinder.“



Ihr Kind hat gerade die Diagnose ADHS erhalten und Sie suchen nach hilfreichen Infos? Vielleicht finden Sie die passenden Antworten im Blogbeitrag von Susanne Seyfried „ADHS Diagnose bei deinem Kind, was tun?“
Sehr spannend! Vor allem deinen Hinweis auf die Studienlage finde ich interessant. Auch wie deine Schüler die Sachen bewerten – sehr interessante Perspektive. Danke, dass du das Thema aufgegriffen hast.
Fidget Spinner habe ich übrigens gerade im Urlaub auf dem Markt gesehen und mich gewundert, dass es die noch gibt 😄
Fidget Spinner habe ich seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen. Dachte sie wären ganz verschwunden.
Es ergaben sich ganz tolle Gespräche über Konzentration und Hilfen mit den Kids. Das werde ich noch mit ein paar anderen machen und ihre Einschätzung ergänzen